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Kultur-Tour

Rechts und links vom Elbe-Lübeck-Kanal

Für Kulturinteressierte sind vor allem die Kirchen mit ihrem prachtvollen, Jahrhunderte alten Inventar ein Muss. Aber auch die Herrenhäuser, die historischen Schleusen und Relikte aus der Zeit der Stecknitzfahrer sowie die Reste eines slawischen Ringwalls sind einen Besuch wert.

Behlendorf

Zauberhafte, reetgedeckte Katen schmücken den Ortskern rund um die barocke Kirche. Das Kirchenschiff wurde im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen errichtet, der hölzerne Glockenturm vor ca. 100 Jahren durch einen Backsteinbau ersetzt. Im Inneren sind der barocke Altaraufsatz, die Kanzel,die Glas- und Wandmalerei sehenswert. Letztere stammt teilweise noch aus der Gründerzeit der Kirche.

Auf dem anliegenden Friedhof fand der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, der viele Jahre in Behlendorf lebte, 2015 seine letzte Ruhestätte.

Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen errichtet, der hölzerne Glockenturm später durch einen Backsteinbau ersetzt.
Der Altaraufsatz und die Kanzel wurden 1635 von Katharina Brosius, Witwe des Hofpächters Bernhard Brosius, gestiftet.

Berkenthin

Ein Kleinod mit gut 800-jähriger Geschichte ist die Berkenthiner Maria Magdalenen-Kirche. Der von außen eher schlichte frühgotische Backsteinbau verfügt über eine beeindruckende Ausstattung:  Hier sind mittelalterliche Wandmalereien (um 1300) zu bewundern, ein Holzkruzifix aus dem späten 14. Jahrhundert, der spätbarocke Altarauf­bau (um 1686), das Chorgestühl und die Kanzel (17. Jh.), die 1,90 Meter hohe Maria-Magda­len­en-Figur (15. Jh.) und der Taufengel aus dem Jahr 1734.

Der Kirch-Friedhof war über Jahrhunderte Begräbnisstätte der Stecknitzfahrer. Einige Grabstätten sind dort heute noch zu sehen.

Der Kirch-Friedhof war über Jahrhunderte Begräbnisstätte der Stecknitzfahrer. Einige Grabstätten sind dort heute noch zu sehen.
Die schöne, aber von außen eher schlichte Maria Magdalenen-Kirche verfügt über eine beeindruckende Ausstattung.

Bliestorf

Ein Gut Bliestorf existierte schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1380. Das Herrenhaus in seiner heutigen Form ließ der damalige Gutsbesitzer und Oberforstmeister August Luis Detlev von Schrader 1843 im Schweizer Stil erbauen. Die äußere Ansicht blieb bis heute erhalten.

Im Jahre 1910 kaufte der Bankier Johann Rudolf von Schröder das Gut für 1.250.000 Mark. Neben dem Herrenhaus und den landwirtschaftlichen Gebäuden gehörten zu dem Anwesen 755 Hektar (ha) Land, davon 324 ha Acker, 52 ha Weiden, 4 ha Wiesen, 326 ha Wald, 42 ha Heide, Park und Gemüsegarten…

Seit 1972 ist Freiherr Johann Rudolf von Schröder Gutsherr dieser schönen Anlage, auf der sich eine Demeter-Gärtnerei, ein „Café im Garten“ und eine Steinbildhauer-Werkstatt befindet.

Zum Gutshaus, das Gästen für Veranstaltungen (z.B. Hochzeiten, Seminare) zur Verfügung steht, führen wunderschöne Alleen. Die Pappelallee und der Hainbuchengang, das Gutshaus und der dazugehörige Park sind in der Liste der Kulturdenkmale eingetragen.

Kontakt
Herrenhaus Gut Bliestorf
Tel. 04501/8929833
info@gutbliestorf.de
www.herrenhaus-gut-bliestorf.de

Die Pappelallee und der Hainbuchengang, das Gutshaus mit dem dazugehörigen Park sind in der Liste der Kulturdenkmale eingetragen.
Die Pappelallee und der Hainbuchengang, das Gutshaus mit dem dazugehörigen Park sind in der Liste der Kulturdenkmale eingetragen.

Krummesse

Hier, vor den Toren der Hansestadt Lübeck, sollten sich Kulturinteressierte den Besuch der St. Johanniskirche (1270) nicht entgehen lassen. In dem zweischiffigen, frühgotischen Backsteinbau fallen im Inneren zuerst die beiden Säulen auf, die das Kuppelgewölbe tragen. Außerdem sehenswert: die gotischen Wandmalereien, der Barockaltar, der 1720 aufgestellt wurde und die Emporenkanzel aus dem 17. Jahrhundert. Die Relikte der Stecknitzfahrer, die im Mittelalter ihr eigenes Gestühl in den Kirchen hatten, sind ein Kupferschild mit dem Symbol und ein Kerzenhalter mit Widmung der Stecknitzfahrer.

Ein Kuriosum – urkundlich belegt und im Guinnes-Buch der Rekorde eingetragen – ist der Grenzverlauf zwischen dem Herzogtum Lauenburg und der Hansestadt Lübeck, der in unüberschaubarem Zickzack durch den Ort führt: durch Straßen, Gärten und sogar durch Häuser! Schuld daran sind die „Ritter von Crummesse“, die nicht mit Geld umgehen konnten. Das kam den Lübeckern gerade recht. Nach und nach kauften sie den von chronischem Geldmangel geplagten Rittern Teile ihrer Ländereien ab. Ob dabei auch Glücksspiel und Trinkgelage eine Rolle spielten, lässt sich geschichtlich nicht belegen. Ganz abwegig ist es aber nicht, denn seit 1625 wird am Ortsrand von Krummesse Hochprozentiges hergestellt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Pastorat und die St. Johanniskirche von Krummesse liegen nur einen Katzensprung vom Elbe-Lübeck-Kanal entfernt.
Zwei Säulen tragen das Kuppelgewölbe der Krummesser Kirche. Sehenswert: Barockaltar, Emporenkanzel, Relikte der Stecknitzfahrer…

Nusse

Sprachwissenschaftler leiten den Namen des Ortes vom wendischen „nusee“ (Nase/Landzunge) ab. Mag sein, denn das Gebiet war nach der Eiszeit eine große Seenlandschaft. Aber vielleicht sind auch Nüsse für den Namen verantwortlich? Jedenfalls schafften es drei Haselnüsse auf das Nusser Wappen. Schließlich wurden bei Ausgrabungen in der Umgebung Rastplätze steinzeitlicher Jäger und Sammler gefunden, die hier Feuerstellen anlegten, um die reichlich vorhandenen Haselnüsse zu konservieren. Die angekohlten Nussschalen wurden mühsam freigelegt und sind vor Ort zu besichtigen.

Die urkundliche Erwähnung einer Kirche in Nusse erfolgte bereits 1158, aber erst Anfang des 13. Jahrhunderts gab es eine große romanische Kirche. Im Jahr 1821 brannte die Kirche bei einem Großfeuer fast völlig ab. Auf den Grundmauern der alten Kirche entstand 1839 eine von Anton Spetzler entworfene dreischiffige Kirche, die im Mittelschiff von einem Tonnengewölbe bedeckt ist.
Im Inneren der Kirche sind unter anderem das spätgotische Kruzifix, der Taufstein (13. Jh.) und die Malereien an den Emporen sehenswert. Kulturelle Leckerbissen sind die Konzerte – z.B. im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals – in der Nusser Kirche, die über eine ausgezeichnete Akustik verfügt.

Ihre wunderschöne Kirche nennen die Einheimischen wegen der Bauweise des Kirchturms liebevoll „Bauerndom“.
Wegen der ausgezeichneten Akustik finden in der Nusser Kirche – z.B. im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals – Konzerte statt.

Gemeinde Panten

Die Gemeinde Panten – mit den Orten Panten, Mannhagen und Hammer – ist vor allem ein Naturparadies, aber auch kulturell Interessierte kommen hier auf ihre Kosten: Die Dörfer mit ihren historischen Fachwerkhäusern unter Reet, Straßen mit Kopfsteinpflaster von anno dazumal und die Reste eines slawischen Ringwalls in der Nähe des Elbe-Lübeck-Kanals in Hammer sind einen Besuch wert.

Außerdem bietet der „Lämmerhof“ Vorträge, Lesungen und Konzerte im ehemaligen Kälberstall an. Und auch die Scheune, die im Winter landwirtschaftliche Maschinen beherbergt, verwandelt sich im Sommer in einen Konzertsaal. Hier erfreuen dann hochkarätige Musiker mit anspuchsvoller Musik das Publikum.

Die wunderschöne, aufwändig renovierte Bauernkate aus dem 16. Jahrhundert wurde 2020 in die Liste der Kulturdenkmale aufgenommen.
Die Reste des des slawischen Burgwalls, die in Hammer zu besichtigen sind, zeugen von früher Besiedlung.

Rondeshagen

Rondeshagen ist ein Ort mit bemerkenswerter Geschichte. Funde aus der Bronzezeit erzählen von einer frühen Besiedlung. Ursprung des Dorfes „Rodyngeshagen“ ist ein Gut (Ortsteil Groß Weeden), das 1394 erstmalig urkundlich belegt ist. Im Jahr 1673 wurde das „Rondeshagener Schloss“ erbaut. Dieses große, zweigeschossige Herrenhaus existiert bis heute. Es wurde sehr aufwändig restauriert, befindet sich aber in Privatbesitz und kann daher leider nur von außen besichtigt werden.

Vom Herrenhaus zum Ortskern führt eine kleine, aber sehr schöne mit Kopfsteinen gepflasterte Lindenallee.
Rund um den Dorfplatz gibt es neben der alten Schule mehrere ehemalige Bauernhäuser, die – teilweise mit Reet gedeckt – ihren Charme bis heute erhalten haben.

Zwischen dem Herrenhaus und dem Dorfplatz befindet sich diese kleine, aber sehr schöne Lindenallee mit Kopfsteinpflaster.
Das „Rondeshagener Schloss“ befindet sich in Privatbesitz und kann daher nur von außen besichtigt werden.

Historische Schleusen im Elbe-Lübeck-Kanal

Um den Höhenunterschied (ca. 16 Meter) zwischen der Elbe im Süden und der Ostsee im Norden auszugleichen, wurden im Stecknitzkanal 17 Stauschleusen gebaut. Man staute das Wasser einfach an, die Boote sammelten sich hinter dem Schleusentor und wurden mit dem Öffnen regelrecht weitergespült. Beim Ausbau des Kanals (1895 – 1900) wurden sieben Kammerschleusen errichtet – mit jeweils zwei Toren, zwischen denen die unterschiedliche Wasserhöhe durch Heben oder Senken ausgeglichen wird.

Da es seinerzeit entlang des Kanals noch keine Stromversorgung gab, mussten die Schleusen mechanisch betrieben werden. Der Ingenieur Ludwig Hotopp (1854-1934), erdachte dafür ein Prinzip, das das Heben und Senken des Wassers ausschließlich durch Druckluft und Vakuum (wird durch einen Kessel erzeugt) realisiert.

Sechs dieser historischen Schleusen funktionieren noch heute nach dem Hotoppschen Prinzip, lediglich in Lauenburg gibt es seit 2006 eine neue, mit Ölhydraulik betriebene Schleuse.

Sie funktionieren seit fast 120 Jahren nach dem Hotoppschen Prinzip: die Schleusen am Elbe- Lübeck-Kanal. Foto: Schleuse in Krummesse.
Neu-Lankau: Das Vakuum, das zum Schleusen notwendig ist, wird durch einen Kessel in der Seitenmauer der Schleuse erzeugt.
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